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Pantheon 3000

Alex Schöpfel

BA 14/1

www.alexanderschoepfel.com

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Steht das Zitieren, das Wiederaufgreifen der Bild- bzw. Formsprache des Zurückliegenden in Zusammenhang mit größeren gesellschaftlichen Veränderungen? Ist dies der ästhetische Ausdruck von Zeiten der Neuorientierung? Hat es zu tun mit einer Regression, bedingt aus einer kreativen Sättigung? Ist es der Punkt des „Es hat schon Alles gegeben, was soll denn noch kommen“, der zu jenem Zeitpunkt eine hegemoniale Stellung einnimmt? Ist es die Zäsur zwischen dem ausgereiztem Alten und dem noch nicht ersichtlichen, noch völlig ungreifbaren Neuen? Ein verlässlicher, bewährter Posten, auf dem man sich ausruht? Ein Zwischenwirt, der das Überleben sichert bei dem Wechsel von dem Einen auf das Andere?

Oder entsteht durch die Rückbesinnung, durch die gewollte Distanz zum jüngst Vergangenen, gerade erst die Basis für das Neue?

„Pantheon 3000“ ist eine Auseinandersetzung mit der Praxis des Zitierens und Wiederholens von Stilelementen in verschiedenen Gebieten der bildenden Kunst. Die Arbeit behandelt einen Themenkomplex, der sich um Schlagworte wie Retro, Klassizismus, Eklektizismus, Sampeln,Bricolage, Kopie, Plagiat etc. dreht.

Ist eine Rückbesinnung auf vergangene Epochen in der Kunst, insbesondere in der Architektur, ein Indiz für radikale Umbrüche gesellschaftlichen Denkens?

Ist die Sprache der Kunst gebunden an die Ideale der Gesellschaft? Wechselt sie mit diesen?

Findet dies nur auf einer emotional verklärten Ebene statt, wird die aktuelle Technologie nicht nur mit der Haut des alten überzogen?

Entsteht durch das Zitieren schon das Neue?

Warum tun wir das? Weil wir die Errungenschaften des bis dato gültigen nicht mehr ertagen? Ist es eine Flucht in die Welt von gestern, in welcher wir einen Ausweg aus den aktuellen Problemen sehen?

Beruft man sich dabei auf die Ideale des Vergangenen als ganzes oder extrahiert man daraus nur die einem günstig gelegenen Elemente heraus und verbindet diese mit nicht in Frage stehenden und einem lieb gewordenen Elementen des Fortschritts?

Parthenon, Athen, 300 vor Chr.
Walhalla, Donaustauf, Leo von Klenze, 1821-30
Palazzo della Civiltà Italiana, Rom, Ernesto Bruno La Padula/Giovanni Guerrini/Mario Romano, 1938-43
Unite de Habitation, Marseille, Le Corbusier, 1947-52
Neue Nationalgalerie, Berlin, Mies van der Rohe, 1965-68
Atlantis, Miami, Arquitectonica, 1978-81

“Pantheon 3000” is a discussion about the practice of quotation and repeatition of stylistic elements in different fields of fine arts. The work focus on a complex topic which consists of sub-themes like retro, classicism, eclecticism, sampling, bricolage, copy, paste etc.

Parthenon, Athen, 300 vor Chr.

Walhalla, Donaustauf, Leo von Klenze, 1821-30

Palazzo della Civiltà Italiana, Rom, Ernesto Bruno La Padula/Giovanni Guerrini/Mario Romano, 1938-43

Unite de Habitation, Marseille, Le Corbusier, 1947-52

Neue Nationalgalerie, Berlin, Mies van der Rohe, 1965-68

Atlantis, Miami, Arquitectonica, 1978-81