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Die falsche Klarheit ist nur ein anderer Ausdruck für den Mythos

Phillip Aumann

BA 13/2

www.phillipaumann.com

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Die gezeigte Installation beinhaltet 43 Fotografien, die größtenteils auf dem Gelände der Ruhr-Universität in Bochum entstanden sind. Als erste Neugründung in der BRD (1962) vereinte die Universität die Leitgedanken moderner Bildungspolitik und Stadtplanung. Die noch junge Republik, vom Wirtschaftswunder getragen, benötigte durch die wachsende Bevölkerung neue Studienplätze. In Bochum entstand deshalb eine Reform- und Entlastungsuniversität, die vor allem für eine neue Generation von Studenten gedacht war: denen des proletarischen Ruhrgebiets.

Die Neugründung wurde als Prestige-Bau von der Landesregierung großzügig finanziert, da Bildungspolitik und Wissenschaft durch die konkurrierenden Systeme von BRD und DDR während des kalten Krieges als ideologische Vorreiter dienen sollten. So ist die Ruhr-Universität auch ein großes Projekt der westlichen Moderne gewesen. Man platzierte sie am Bochumer Stadtrand mit eigener Autobahnanbindung, fertigte sie in serieller Bauweise aus Stahl und Beton und versuchte die Studieninhalte auf die Bedürfnisse der Zeit anzupassen: nämlich einer gezielten Ausbildung für den späteren Beruf, statt eines Studiums nach Humboldtidealen.

In meiner Arbeit beziehe ich mich auf die Geschichte der Ruhr-Universität im Verhältnis zu aktuellen Diskursen. Dabei sind die Studenten Teil des gegenwärtigen Dispositivs, während die Universität auf vergangene Ideale verweist. In diesem Zusammenhang werden Mensch und Architektur zu Repräsentanten differenter Kategorien wie privat und öffentlich, modern und mythisch, individuell und kollektiv. Die gezeigte Installation knüpft an diese Kategorien an und vollzieht einen Gang durch unterschiedliche ideologische Räume: vom chinesischen Garten über das Audimax bis hin zum Hegel-Archiv.

The installation contains 43 photographs, taken at the Ruhr-Universität in Bochum, Germany. In this work, I’m interested in the juxtaposition of different ideologies which the university and its students represent. The depicted photographs refer to the idea of several narrations, coexisting at the same time within a certain space. The architecture relates to past modernism while current signs like advertising and the students appearances are linked to the presence