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Sarah-Marie Rammel

BA 14/1

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Raum, Zeit und Bewegung sind wesentlich miteinander verknüpft. Mittels der Bewegung durchdringen wir Raum und Zeit. Der Raum wird zum Feld eines zeitlichen Durchlaufs. Denken wir an das menschliche Bewusstsein, so ist es eng verknüpft mit Raum, Zeitlichkeit und Bewegung. Anhand dieser Kriterien konstruieren wir unsere rationale Wirklichkeit. Alles, was innerhalb ihr entsteht, entspricht für uns der „Norm“ und wir definieren sie als „wahr“. Erlebnisse außerhalb dieser Realität, erklären wir uns als abnorm.

Entsteht eine abweichende Norm, so denken wir an einen veränderten Bewusstseinszustand. Mit diesem Zustand stellen wir grundlegende Annahmen der vertrauten Realität in Frage. Zeit und Raumerfahrung weichen der Erfahrung des Augenblicks. Jener veränderte Bewusstseinszustand beschreibt einen Zustand von Wahrnehmen, Erfahren und Denken ohne Gegensätze und Grenzen.

Der Philosoph und Psychiater Erwin Straus hat sich mit dem Thema Raum und Wahrnehmung anhand eines Tänzers beschäftigt. Er beschreibt einen Zustand des Bewusstseins als das pathische Erleben: „ein Erleben[…], das sich von dem theoretischen Erkennen, dem praktischen Begreifen, dem zweckmäßig planenden und berechenden Handeln, dem technischen Beherrschen der Dinge polar entfernt …“
(Erwin Straus: Psychologie der menschlichen Welt. Berlin 1960, S.166).

Ziel meiner Arbeit ist es herauszufinden, in welcher Form die Bewegung des Tanzes zu einer Bewusstseinsveränderung führt. Untersucht wird dabei der Zustand einer pathischen „Versunkenheit“ anhand eines Tänzers, der in enger Verbundenheit mit der Bewegung über die Zeit des Moments führt. Lässt sich dieser Augenblick erkennen und ist es möglich, diesen latenten Zeitpunkt einzufangen? Was erfahre ich vor meinem eigenen Auge und wie lässt sich diese Position mit Hilfe der Fotografie umsetzen?

Fast skulptural, herausgelöst aus den Frequenzen des Tanzes, bleiben kurze Portraits der Selbstvergessenheit. Es ist die Grenzbeziehung von Subjekt und Objekt, des Raumes, der Zeit und des Bewegens, das sich tendenziell auflöst und hier für einen kurzen Augenblick einfriert.Ein Geflecht aus Körper, Form und Momenthaftigkeit, die den Tänzer nicht mehr Tänzer sein lässt, sondern, ähnlich einer Statue, ein Bildnis seiner selbst.

Space, time and movement are closely interrelated. With movement we penetrate time and space. When we think of human consciousness it is closely related with space, temporality and movement. Using these criteria we construct our rational reality. It is the “norm” for us and we define it as “true”. Experiences outside of this reality we declare for ourselves to be abnormal.

With this different standard we think of a different consciousness. Experience of time and space gives way to the experience of the moment. The philosopher and psychiatrist Erwin Straus has dealt with the topic of space and perception on the basis of a dancer. He describes a state of consciousness as the “pathic Experience”: „An experience […] which is different from theoretical knowledge, practical understanding, appropriate planning and refracting action, polarly removed from the technical mastery of things …“
(Erwin Straus: Psychologie der Welt. Berlin, 1960, S.166 )

My work wants to find out in what form the movement of the dance leads to a shift in consciousness. It examines the state of pathic “reverie” on the basis of a dancer. It is in close association with the movement, time and moment. Can I capture the moment? Can it be seen in the picture?

Almost sculptural, extracted from the frequencies of the dance, short portraits of self-forgetfulness remain. It is the relationship of subject and object, space, time and moving, which tends to dissolve and freeze for that moment. A construct of body, shape and momentariness.